Bloße fotografische Abbildungen haben dokumentarischen Charakter und bleiben dicht an der Wirklichkeit. Dieses „Bilder finden“ unterscheidet sich vom „Bilder machen“, das vorvisualisiert, bewusst inszeniert fotografiert.

Viele der gezeigten Arbeiten wurden auf Spaziergängen gefunden. Aber ist beim „Bilder finden“ nicht auch ein Hauch von Inszenierung, wenn das Fotomotiv vom Westwind, von der Meeresbrandung, von der Natur oder von den Menschen gestaltet wird, wenn das Leben selbst ungeplant schöpferisch ist.

Traces of Time

visualisieren Dinge, die nicht im Zentrum der menschlichen Wahrnehmung stehen. Konzeptionell fotografiert macht die Neuentdeckung eine mal monochrome, mal poppig satt gefärbte Welt sichtbar.

Es liegen Welten zwischen dem, was ist, und dem, was nicht ist. Wir Menschen registrieren diese Welten nur wenn unsere Sinne das vertraute Zentrum ihrer Wahrnehmung verlassen und für flüchtige Augenblicke hinausschweifen. Gezeichnet von Wind und Brandung zeigen Wellenbrecher manchmal für einen kleinen Moment ihr Gesicht. 

Westwind

fegt über das Land, zerzaust Gräser und Hecken und das Geäst von Bäumen. Farbe verwischt und Bildschärfe weicht der Unschärfe.