jPHILIPP
/THE LOSING GAME
/CONCEPT

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The losing game

In jPhilipps Arbeiten geht es drunter und drüber. Der erste Eindruck ist emotional. Wir verfallen der Verlockung Wörter zu lesen oder verlieren uns in Farben. Bei der Entschlüsselung der Kunstwerke sehen wir den Wald voller Bäume nicht.

In einem abstrakten Bild finden wir Linien, die wir mit Geschwindigkeit assoziieren, den möglichen Grund der Abstraktion. Es ist die Geschwindigkeit, die ein Geheimnis um den Ursprung der Farbe macht.

Auf anderen Bildern verführen uns Wortfetzen zum Lesen. Eine perfekte Verlockung. Ohne eigenen Inhalt sind sie selbst Teil des Kunstwerkes geworden. Textmenge und Genauigkeit, Größe und Farbe verkleistern uns den Blick.

Als wir einst die Sprache fanden, konnten wir uns besser verständigen. Bald lernten wir zu reden ohne inhaltlich etwas zu sagen. Aus gemalten Zeichen erfanden wir die Schrift, um zu dokumentieren. Dann schrieben wir erfundene Geschichten auf. Die Geschichten wurden blumig, die Schriftzeichen schöner und ergänzende Bilder gesellten sich dazu. Doch dann ließen Schönheit und Performance das Wesen von Schriftzeichen vergessen und machten sie zur Dekoration. Bilder ergänzten das Spiel, weil sie die Fantasie befeuern und schneller zu lesen sind . Bilder sind wie Schüsse ins Gehirn. Aber die Lesegeschwindigkeit hat Schwächen. Sie steht unter dem Einfluss von Vorerfahrung und Emotion. Einst Abbild verkommen Bilder zum willfährigen Instrument.

Wir sehen uns Manipulationen gegenüber. Allenthalben verschleierte Informationen, wie wir das schon von den Nebelschwaden des Orakels von Delphi kennen.  /Mara Christensen