TRÈS CHIC erinnert zunächst an schicke Mode, auch wenn die deutsche Übersetzung ganz nüchtern lediglich „sehr stilvoll“ bedeutet. jPhilipp dachte sich „keine Blüte ohne Stil“ und fand die Verbindung zum Menschen. Feinsinnig spielt der Künstler mit der Sprache der Blumen. Seine Bilder drücken Empfindungen, Gedanken und Wünsche aus, meist durch die Blume oder gar unverblümt.

Blumen spielten in Mythologien oder im Altertum eine wichtige Rolle. Könige und Kaiser, Parteien und Revolutionäre vereinnahmten sie. In der höfischen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts wurden Gefühle mit Blumen ausgedrückt. Charles Baudelaires nannte seine gefühlvollen Dichtungen „Die Blumen des Bösen“ (Les Fleurs du

Mal). Aus der Flower-Power-Zeit der „Blumenkinder“ überlebte vor allem das Spiel der Liebe und die Aufforderung: Sag’s mit Blumen. Was würden sie denken, wenn sie eines von jPhilipps Bildern morgens per Post oder WhatsApp erreichen würde? /Mara Christensen