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Too Real

„Too Real“ sind Arbeiten des Zeitgeschehens, Bilder aus ganz unterschiedlichen Lebensbereichen, aus Utopien, Realitäten und Fantasie. Ihnen gemein ist der Projekttitel und die mehr oder minder grellen Farben. Sie zeigen uns eine bunte Welt, bunt und schön, ein „knallbuntes Hollywood“. Doch was verbirgt sich hinter dem farbigen Glanz? Der Künstler gibt uns zunächst keine Antwort, weil den einzelnen Arbeiten die Titel fehlen. Wir müssen die Antwort in den Bildern selbst suchen.

“Too Real” erinnert zunächst an jPhilipps Arbeiten zu “A Moment in Time” oder an “Brave New World”, das gleichnamige Buch von Aldous Huxley. Dabei geht es  ihm um die Zusammenführung von Vergangenheit und Gegenwart bzw. um die Euphorie einer digitalen Welt.

Je nach Betrachterinnen wird “Too Real” unterschiedlich verstanden werden und verschiedene Interpretationen ergeben. Was ist los in unserer Welt? Was macht der Stiefel mit den High Heels? Warum hält die Frau dem Kind die Augen zu oder was macht die Monstermaus mit ihren Fans?

Einfache Antworten sind schnell gefunden. Aber das Leben ist nicht immer einfach. Die bunte Welt lenkt ab und täuscht den Blick. Wir kennen schon sehr lange das Spiel mit der Lüge und die weichen Formulierungen von Märchenerzählern. Vielleicht müssten viele von uns wie Pinocchio mit langen Nasen herumlaufen. Ganz aktuell erleben wir alle den heftig entbrannten Kampf zwischen News und Fake News. George Orwell schreibt in seinem dystopischen „1984“: “Das Konzept der Wahrheit ist dabei aus dieser Welt zu verschwinden, in Zukunft wird für alle Zwecke die Lüge zur Wahrheit werden“. Beispielhaft verweist er auf die Entwicklung von Slogan und Paradoxa, in der Wörter ihre Inhalte verlieren und ins Gegenteil verkehrt werden.

In „Too Real“ benutzt jPhilipp diese Entleerung der Sprache, indem er seinen Arbeiten keine Titel verleiht. Aber er offenbart uns flüchtige Gedanken zu seinen Bildern, die neben Orwell auch an Heinrich Heine, Ray Bradbury oder Greta Thunberg et al. erinnern:
#Traue deinen Augen nicht, vertraue einfach deinem Herzen. #Krieg ist Frieden. #Straßenkampf. #Ihr könnt keinem trauen außer mir, ich bin der Große Bruder. #Kampf um Liebe. #Mee too. #Und schrieb, und schrieb an weißer Wand Buchstaben von Feuer, und schrieb und schwand. #Sklaverei ist Freiheit. #Wie könnt ihr es wagen?! #Unwissenheit ist Stärke. #Was ihr seht und was ihr lest, ist nicht das was passiert! #Reißt die alten Mauern nieder! #Rebellion. #Bücher machen traurig und sind verboten. #188 Tage. /Mara Christensen