J U S T   L I G H T

Fotos fangen Licht ein. Sie zeigen uns die Welt und liefern Erinnerungsbilder. Doch der Fotoapparat kann mehr. In der Bilderserie “Just Light” wird er zum Werkzeug künstlerischer Arbeit. Die fotografische Verfolgung des Lichts verändert das Motiv. Aussehen, Form und Weg ergeben sich durch die Lichtquelle und ihr Verhalten und aus der Idee des Fotografen und dessen Bewegung mit der Kamera.
Der Fotoapparat bildet jetzt nicht mehr ab. Es gibt keine Vorlage. Ein Abbild ist nicht möglich und nicht gewollt. Der Apparat erzeugt selbst etwas. Etwas, was das menschliche Auge nicht sehen kann. Ähnlich dem Restlichtaufheller, der uns elektromagnetische Wellen sichtbar macht, deren Erfahrbarkeit wir sonst nicht fähig wären. Das fertige Bild ist allein eine Schöpfung der Kamera und des Fotografen. Was wir sehen hat es niemals gegeben. Nicht einmal für den Bruchteil einer Sekunde. Und was bisher nur die Kamera sah, ist nun allein unserer Fantasie überlassen.
Doch “Just Light” täuscht. Es existiert kein Licht. Die Täuschung narrt uns auf wundervoll rätselhafte Weise täglich neu. Wir sehen nicht Hell und Dunkel. Wir empfangen elektromagnetische Wellen. Das Licht geht erst in unserem Kopf an, sagen Physiker. Schon der Titel der Bilderserie ist eine Narretei.
/ Mara Christensen